Erneuerbare Energie beschleunigt die Klimakatastrophe
Wenn man sich die weltweite Entwicklung des Energiekonsums anschaut, stellt man fest, dass die Energie aus Wind und Sonne den fossilen Energiekonsum nicht ersetzt, sondern ergänzt. Der CO2-Ausstoß steigt deshalb auch weiterhin. Noch nie hat eine neue Energie-Art eine alte ersetzt, sondern sie kam stets oben drauf. Der weltweite CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt nicht nur weiterhin, sondern sogar immer schneller:

Wir brauchen mehr Energie wegen des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums. Da sich die Förderung fossiler Energie nur noch schwer steigern lässt, bzw. immer teurer wird, weil die leicht auszubeutenden Quellen erschöpft sind, sind Wind- und Solarenergie eine Möglichkeit, das Wirtschaftswachstum voran zu treiben. Und mehr Wirtschaftswachstum bedeutet mehr Konsum an Rohstoffen und ermöglicht außerdem noch, auch teurere fossile Quellen anzuzapfen (siehe Fracking). Dadurch steigt der absolute globale CO2-Ausstoß weiter, selbst wenn er in machen Ländern sinkt und der relative Anteil der fossilen Energie am Gesamtenergieverbrauch sinkt.

Konventionelles Öl hat schon ca. 2008 seinen Förderpeak erreicht. Bei Fracking ist es auch bald so weit. Die Weltwirtschaft würde kollabieren, wenn es kein weiteres Wirtschaftswachstum gäbe. Wirtschaftswachstum braucht Energiewachstum. Wirtschaftswachstum bedeutet die Beschleunigung der Übernutzung der Erde (Überschreitung der "Planetaren Grenzen", Artensterben, ...). Die einzige Hoffnung, die wir noch haben, wäre eine schnelle radikale Transformation der Wirtschaft weg vom Wachstum hin zu einer echten nachhaltigen Wirtschaft, die nicht mehr verbraucht, als sich natürlicherweise regenerieren kann. Es versteht sich von selbst, dass das mit Wachstum nicht kompatibel ist ("unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten...")
Wenn die Wind- und Solarenergie nicht so stark ausgebaut würden, wäre die Wirtschaft schon kollabiert ("Peak Oil") und wir hätten vielleicht die Möglichkeit für einen nachhaltigen Neuanfang. Zumindest wäre es sehr viel klima- und planetenschonender. Stattdessen stützt die "Erneuerbare Energie" das Wirtschaftswachstum und ermöglicht, noch mehr fossile Energie zu fördern. Erneuerbare Energien wirken dabei wie ein Multiplikator: Die noch verfügbare fossile Energie wird nicht direkt verbraucht, sondern in den Bau von Wind- und Solaranlagen investiert, die dann über ihre Lebensdauer mehr Energie zurückliefern. Dadurch steht der Wirtschaft insgesamt mehr Energie zur Verfügung, was wiederum die Ausbeutung auch teurerer fossiler Quellen ermöglicht. Ergo: Erneuerbare Energie beschleunigt letztlich die Klimakatastrophe, statt sie zu verhindern.
Ist das nicht eine etwas übertriebene Darstellung?
Ein Blick zurück gibt mir recht und ich sehe keinen Grund, warum das in Zukunft anders sein soll. Selbst wenn in einem Land der CO2-Ausstoß absolut zurück gehen sollte, werden die nicht mehr benötigten fossilen Brennstoffe von anderen Ländern verwertet. Produktion verlagert sich ins Ausland und wir kaufen die Produkte (und reimportieren damit das CO2) so lange wir es uns leisten können. Sollten wir uns im globalen Wettbewerb die Abkehr von fossiler Energie nicht mehr leisten können, werden wir unsere ehrgeizigen Klimaziele ganz schnell wieder infrage stellen, so wie aktuell bei der Atomkraft.
Ich sehne den Tag herbei, wo der absolute weltweite CO2-Ausstoß dauerhaft sinkt. Das wird auch sicher passieren, nur nicht durch den Umstieg auf Solar- und Windenergie, sondern durch Erschöpfung der Vorräte und damit verbunden dem Ende des Wirtschaftswachstums. Auch das lässt sich im Rückblick erkennen: die einzigen Momente, in denen der CO2-Ausstoß absolut zurück ging, waren Wirtschaftskrisen.
Wind- und Solarenergie zögern diesen Moment hinaus und sorgen letztlich dafür, dass noch mehr von unserem Planeten zerstört und geplündert werden kann. Sie steigert gewissermaßen den Wirkungsgrad der fossilen Energie, bzw. ermöglicht, auch teurer zu fördernde Quellen noch auszubeuten – also noch mehr fossile Rohstoffe zu fördern. Doch auch erneuerbare Energieanlagen selbst benötigen für Bau und Wartung fossile Energie und werden mit steigenden Energiepreisen teurer – sie sind also Teil desselben Kollaps-Prozesses, den sie hinauszögern.
Die Verzögerung des Energie-Peaks bedeutet jedoch, dass in der Zwischenzeit in anderen Bereichen weiterhin und zunehmend Schaden angerichtet wird: Erneuerbare Energiequellen, E-Autos und Wärmepumpen benötigen immer größere Mengen an begrenzten Rohstoffen (Lithium, seltene Erden, Kupfer), der Flächen- und Wasserverbrauch nimmt zu, die Biodiversität nimmt ab. Wenn ein Kollaps der Weltwirtschaft unvermeidbar ist – wie schon in den Szenarien des Club of Rome beschrieben –, dann bedeutet ein später Kollaps mehr Zerstörung des Ökosystems als ein früher. Erst, wenn die globale Wirtschaft komplett zusammen gebrochen und nicht wieder in Schwung gebracht werden kann, haben erneuerbare Energiequellen einen positiven Wert. Das werden dann aber eher Low-Tech-Lösungen sein wie Wind- und Wassermühlen und Solarthermie. Hightech-Windräder und Photovoltaik-Anlagen können nur gebaut, betrieben und gewartet werden, so lange es ausreichend billige fossile Energie und Rohstoffe gibt. Sie haben keine Zukunft.